Meldung vom 10.01.2018

Der Stralsunder Zoo: Ein Jahresrückblick

Jeweils zum Jahresende führen die Mitarbeiter des Stralsunder Zoos die Inventur des Tierbestandes durch. Die Zählung für das Jahr 2017 wurde jetzt abgeschlossen: im Zoo leben auf 16 Hektar 1.120 Tiere. Dabei handelt es sich um 193 verschiedeneArten. 

Der Zoo ist ein Besuchermagnet
Die Entwicklung der Besucherzahlen des fast 60jährigen Zoos kann als ausgesprochen positiv angesehen werden. Nachdem die Zahlen 1993 erstmals unter die 100.000-er Marke gefallen waren, konnten jetzt das siebente Jahr in Folge wieder Zahlen mit deutlich über 100.000 Besuchern erreicht werden.
Obwohl der verregnete Sommer kein ideales Zoowetter darstellte und der Saisonstart mit den ebenfalls verregneten Ostertagen sehr verhalten war, konnte zum Jahresende erneut ein hervorragendes Ergebnis erzielt werden. Die Gesamtbesucherzahl belief sich auf 115.768 Besucher. Den größten Anteil daran haben die 80.943 Tagesbesucher, gefolgt von den Besitzern von Jahreskarten, die den Zoo 21.307 mal besuchten.

Neue Zoo-Bewohner
Eine Besonderheit des Stralsunder Zoos ist die Beschäftigung mit alten Haustierrassen. Mit 70 verschiedenen Rassen ist dieser Schwerpunkt in Stralsund besonders stark ausgeprägt.
Mehr als die Hälfte der gehaltenen Tiere sind Vögel. Gerade in diesem Bereich gab es im vergangenen Jahr größere Zuwächse. Dies bezieht sich insbesondere auf die Hausgeflügelbestände. Hier wurden im Jahr 2016, bedingt durch die Aufstallungspflicht infolge der Geflügelpest, deutlich weniger Tiere gehalten. Neu im Bestand sind Geierperlhühner, Victoria- Krontauben und Blaukehlaras. Dazugekommen sind außerdem Tiere wie Weißgesichtsseidenaffen, Akazienratten und einige Fischarten. Letztere wurden aus einer Bestandsauflösung übernommen.

Jede Menge Nachwuchs
Erstmals wurden in Stralsund vier Rosapelikane nachgezogen. Ebenfalls zum ersten Mal konnte Nachwuchs bei den Pantherschildkröten, den Flammenkopfbartvögeln und den Sonnensittichen verzeichnet werden. Die südamerikanischen Wasserschweine werden in Stralsund schon seit mehreren Jahren gehalten. Auch hier gab es erstmalig Nachzucht. Von den drei Jungtieren konnte eines erfolgreich aufgezogen werden.
Reichlich Nachwuchs stellte sich im Haustierbereich ein. So konnten zahlreiche Schafe, Ziegen, Kaninchen, Meerschweinchen, Hühner, Enten, Gänse, Perlhühner und Tauben an Privathalter abgegeben werden. Für die Erhaltung seltener Haustierrassen ist die Nutzung der Tiere auch im privaten Bereich von entscheidender Bedeutung.

Austauschprogramme
In der Regel stammen die Tiere aus anderen Zoos und werden untereinander getauscht. Der Austausch von Zuchttieren erfolgt im Rahmen von Arterhaltungsprogrammen. So wurde 2017 ein in Stralsund geborener, weiblicher Nordchinesischer Leopard an den ungarischen Zoo in Szeged abgegeben.
Zur Erhaltung der Syrischen Braunbären im Rahmen eines Erhaltungszuchtprogamms wurden in mehreren Zoos Zuchtpaare zusammengestellt. Der Zoo gab den Stralsunder Bär „Balou“ zu diesem Zweck an den Tierpark Köthen ab. In Stralsund ist derzeit keine Zucht geplant, und so wurden zwei junge weibliche Bären aus den Zoos in Köthen und in Servion (Schweiz) übernommen. „Suriyah“ und „Linda“ vertragen sich inzwischen hervorragend und erkunden in den nächsten Wochen die Stralsunder Bärenanlage.
Bei den Polarwölfen gab es eine Bestandsverjüngung durch zwei junge Wölfinnen, die ebenfalls aus dem Tierpark Köthen kamen.
Von einem Privathalter konnte außerdem ein männlicher Orangehaubenkakadu übernommen werden. Diese Art ist akut vom Aussterben bedroht.

Verluste
Leider waren im Jahr 2017 auch Verluste zu verzeichnen. Besonders schwer wiegt der Verlust des Zuchtweibchens der Nordchinesischen Leoparden. Bei dem Tier wurde ein Kaiserschnitt erforderlich, bei dem sich später Komplikationen einstellten. Verluste waren auch im Bisonbestand zu verzeichnen. Nach 7-jähriger Pause traten erneut zwei Fälle des Bösartigen Katarrhalfiebers auf. Die Krankheit ist nicht heilbar und verläuft für die betroffenen Tiere immer tödlich. Noch in den letzten Tagen des vergangenen Jahres verendete der älteste Polarwolf des Rudels im hohen Alter von 15 Jahren. Die ersten Untersuchungsergebnisse bei diesem Tier brachten einen Tumor zu Tage.

Kooperationen
Neben dem allgemeinen Zooangebot wird von den Besuchern die gastronomische Versorgung durch den von den Stralsunder Werkstätten betriebenen „Delikater“ geschätzt. Zahlreiche zusätzliche Aktivitäten wie das Zoofest, der Pferde- und der Mühlentag, Halloween, die Tiershow und das breite Angebot der Zooschule stießen bei den Besuchern auf großes Interesse. Neue Wege beschritt der Zoo gemeinsam mit dem Theater Vorpommern. Die Aufführung der „Kinderzauberflöte“ auf der Freilichtbühne des Zoos zog zusätzlich Besucher an.

Bauprojekte
Im vergangenen Jahr konnten zahlreiche Bauprojekte realisiert werden. So wurden neue Unterbringungsmöglichkeiten für die Showvögel geschaffen, ein Rundwegsystem realisiert und mehrere Wegeabschnitte grundlegend saniert. Viele kleinere und größere Bauvorhaben konnten nur dank der großzügigen Unterstützung der „Zoofreunde Stralsund e.V.“ umgesetzt werden. Darüber hinaus gelang 2017 eine für die Zukunft des Zoos sehr wichtige Weichenstellung, indem die Rahmenbedingungen für die Erstellung eines Entwicklungskonzeptes (Masterplan) geschaffen wurden.