Meldung vom 17.10.2014

21. Stadtarchiv Stralsund: Reinigungsarbeiten werden fortgesetzt

Seit dem Bekanntwerden der konservatorischen Probleme an den Beständen des Stadtarchivs der Hansestadt Stralsund vor zwei Jahren lag der Schwerpunkt bisher auf der Reinigung der historischen Buchstände.

Seit dem Bekanntwerden der konservatorischen Probleme an den Beständen des Stadtarchivs der Hansestadt Stralsund vor zwei Jahren lag der Schwerpunkt bisher auf der Reinigung der historischen Buchstände.
Begonnen wurde dabei noch 2012 mit ca. 29.700 Bänden der Gymnasialbibliothek, der Löwenschen sowie der Gotischen Bibliothek im Zentrum für Bucherhaltung in Leipzig. Zugleich wurden eine Reinraumwerkbank angeschafft sowie Arbeitsräume und -einrichtungen so hergestellt, so dass Mitarbeiter des Stadtarchivs bisher über 12.000 Bände der wissenschaftlichen Bibliothek selbst reinigen konnten.

Im letzten Jahr folgte die Reinigung von 24.800 Bänden der Juristischen sowie der Museumsbibliothek in Leipzig sowie die Vollrestaurierung von vier Einzelbänden.
Darüber hinaus wurde in Kooperation mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern und der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturgutes (KEK) der Bundesregierung im September 2013 der landesweit erste „Tag der Bestandserhaltung“ in Stralsund durchgeführt, der über die Fachkreise hinaus überregional Beachtung fand.

Im Frühjahr dieses Jahres hat eine Fachfirma mit der Reinigung der Archivbestände (historische Amtsbücher und Akten der Stadtverwaltung) begonnen. Ein erster Auftrag umfasste rund 80 Regalmeter an Gerichtsprotokollen, Rechnungs-, Kassen- und anderen Amtsbüchern der Stadtverwaltung seit dem 15. Jahrhundert.

Im September erhielt die Hansestadt Stralsund einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 30.000 Euro des Landes Mecklenburg-Vorpommern zur Förderung der Restaurierung eines großen Teils von Urkunden und Testamenten des 14. bis 19. Jahrhunderts. Mit Hilfe dieser Mittel sowie Unterstützung durch private Spender kann nun die Restaurierung des Bestandes in Angriff genommen werden. So sind auch 60 spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Urkunden zu restaurieren, die wegen ihres bisherigen schlechten Erhaltungszustandes noch nicht erschlossen werden konnten.

Zur Zeit laufen die Ausschreibungen zur Reinigung von rund 370 Regalmetern Akten sowie weiterer Buchbestände.

Insgesamt stellt die Hansestadt Stralsund von 2012 bis 2016 eine Million Euro für die Säuberung der Bücher und Archivalien zur Verfügung.

„Damit ist ein beachtlicher Fortschritt in der Erhaltung unserer historischen Bestände in relativ kurzer Zeit zu verzeichnen.“, fasst Archivleiter Dr. Dirk Schleinert die inzwischen zweijährigen Anstrengungen der Hansestadt Stralsund zur Rettung des Kulturgutes im Stadtarchiv zusammen.
Ein genauer Termin für den Baubeginn für das Zentraldepot steht zwar noch nicht fest. „Fest steht jedoch, dass zu seiner Fertigstellung der überwiegende Teil der historischen Bestände dann auch dort nach neuesten konservatorischen und sicherheitstechnischen Standards aufbewahrt werden wird.“, blickt Dr. Burkhardt Kunkel, Beauftragter für die Historische Bibliotheken, Handschriftensammlungen und Archiv der
Hansestadt Stralsund, voraus.