Meldung vom 10.02.2015

"Der Hafen meiner Träume"

Buchvorstellung beim "Singletreff Kultur"

„In der alten Hansestadt Stralsund ist in den fünfziger Jahren auch die Zeit der "Halbstarken" angekommen, wenn auch in abgeschwächter Form und vom Staat argwöhnisch beobachtet, aber dennoch kaum übersehbar. Wir, die wir damals als Jugendliche ernst genommen werden wollten, hatten andere Vorbilder als unsere Eltern, andere Vorstellungen vom Leben, von der Liebe und der Freiheit. Wir kippten alte, verstaubte Vorstellungen von Moral und Ethik einfach über Bord, damit die Erwachsenen provozierend. Wir gingen in Gruppen durch die Straßen, trafen uns auf dem Rummelplatz oder in der Milchbar, tanzten die neuen wilden Tänze, den Rock `Roll und den Twist, rauchten nicht mehr heimlich im Dunkeln, sondern an der nächsten Straßenecke, knutschten auf dem Bürgersteig ein Mädchen, trugen Röhrenjeans und schwarze Lederoljacken, Igelschnitt oder Schmalzlocke, hörten den aufpeitschenden Gesang von Bill Haley aus dem Kofferradio, gingen gesittet zur Schule und verwandelten uns in der Freizeit in Kopien der westlichen Idole. Wir waren eben noch jung, unerfahren, doch voller Hoffnung, dass es irgendwann mal wieder anders kommt. Wir, die Halbstarken vom Strelasund“, schreibt Eberhard Schiel in seinem jüngsten Buch „Der Hafen meiner Träume“.
In ihm schildert er, in Fortführung der „Kinder vom Hühnerberg“ seine Jugenderlebnisse am Sund zwischen 1955 und 1960.

Am 21. Februar ist der Stralsunder Autor erneut zu Gast beim "Singletreff Kultur" im Kulturhistorischen Museum. Treffpunkt für die Veranstaltungen ist an der Kasse im Katharinenkloster. Los geht‘s um 16 Uhr.