Meldung vom 22.10.2015

Die große Pommernkarte Eilhard Lubins

Wissenschaft und Kunst in einem Meisterwerk der Kartographie

Die Lubinsche Karte wurde 1618 im Auftrag des Pommerschen Herzogs Philipp II. durch den Rostocker Professor Eilhard Lubin erstellt. Sie ist die erste Spezialkarte des gesamten pommerschen Territoriums von Damgarten im Westen bis vor Danzig im Osten. Noch heute erstaunt die Genauigkeit der hier verzeichneten Orte, gleichermaßen der zentralen Städte, Damgarten, Barth und Stralsund in unserem Territorium, wie der kleinen Dörfer im Umland - insgesamt etwa 2.800 Ortschaften.

Mit einem Assistenten reiste Lubin übers Land, bestimmte mit Messkette, Schrittzähler und Winkelmessgeräten die Abstände zwischen Kirchtürmen, Mühlen und anderen markanten Geländepunkten. Mit astronomischen Instrumenten bestimmte er die geografische Breite der Ortschaften.

Doch die Lubinsche Karte mit der Größe von 2,20 x 1,25 m war zugleich ein Kunstwerk und ein Dokument historischer Studien. Die Karte zeigt den Schöpfer mit seinen Instrumenten, gibt den Stammbaum der Fürsten von Rügen und der Herzöge von Pommern, teils mit realistischen Porträts und Symbolen ihrer Macht und Gelehrsamkeit.

Eingerahmt wird die Karte von 49 Ansichten pommerscher Städten sowie 300 Wappen pommerscher Adelsfamilien.

Und noch mehr: Textfelder erzählen die Geschichte Pommerns, enthalten ein Verzeichnis von 63 pommerschen Städten sowie ganz praktisch von 79 in pommerschen Gewässern lebenden Fischen.

Die Pommern-Karte Eilhard Lubins ist ein Meisterwerk der Kartographie, einzigartig in dieser Zeit, vielfach kopiert, doch lange nicht übertroffen. Das STRALSUND MUSEUM besitzt ein koloriertes Exemplar der historischen Drucke dieser Karte.

Am 7. November lädt das Museum anlässlich des nächsten Singletreffs Kultur zum Vortrag darüber mit Dr. Jürgen Hamel ein.

Beginn ist um 16 Uhr im Katharinenkloster.