Meldung vom 19.01.2016

Stadtplaner aus Tunesien zum Erfahrungsaustausch

Houcine Daghfas, leitender Architekt und stellvertretender Direktor für Stadtplanung in Djerba Houmt Souk besuchte vom 11. bis 15. Januar 2016 im Rahmen des Programms "Baladiya – neue Wege der Stadtentwicklung" (www.baladiya.eu) die Hansestadt.

Er folgte damit einer Einladung der Stadterneuerungsgesellschaft Stralsund mbH (SES), die für den Gast ein straffes Wochenprogramm organisiert hatte.

Am ersten Tag gab Houcine Daghfas einen Einblick in die Besonderheiten seiner Heimat Djerba und berichtete über seine Arbeit in der Stadtplanung. Während des sich anschließenden Altstadtrundganges lernte er Strategien und Abläufe des Stadtsanierungsprozesses kennen und besichtigte das Rathaus, das Heilgeistkloster und zahlreiche Giebelhäuser. Höhepunkt des Rundganges war das OZEANEUM.

Am Dienstagvormittag erläuterte Stadtteilkoordinatorin Verena Schmidt anhand der Frankenvorstadt das Programm „Die soziale Stadt“ und tauschte sich mit dem Gast über Fragen der Bürgerbeteiligung aus.
Ein besonderes Interesse von Houcine Daghfas galt der Müllentsorgung. Die SES mbH organisierte daraufhin ein Gespräch mit Fachleuten der Stralsunder Entsorgungs GmbH.
Begeistert zeigte sich Houcine Daghfas vom STRALSUND MUSEUM im Katharinenkloster. Dr. Andreas Grüger vermittelte dem Gast anhand der Ausstellungen Stralsunds Stadtgeschichte. Ein Besuch der Welterbe-Ausstellung in Begleitung der Welterbe-Managerin Steffi Behrendt stand ebenfalls auf dem Programm. Da sich die Insel Djerba auf dem Weg zum Welterbe befindet und auf Tunesiens nationaler Vorschlagsliste steht, berührte der Gedankenaustausch viele Fragen zum Umgang mit dem Welterbe.

Mitarbeiter der Stadtplanung und der Denkmalpflege Sabine Uhlig und Gunnar Möller erläuterten während eines thematischen Altstadtrundgangs aktuelle Projekte und Planungsprozesse, darunter die Umgestaltung des Stadtraumes Neuer Markt und die Bebauung des Quartiers 33 vor der Jakobikirche.
Helfried Heubner (SES) nahm Houcine Daghfas auf eine Fahrt über die Rügenbrücke mit. Die Insel Djerba soll zukünftig mit einer Brücke mit dem Festland verbunden werden. Allerdings ist dies ein sehr umstrittenes Projekt. Einen Einblick bekam Herr Daghfas dann auch vom neuen Wohngebiet Kleiner Wiesenweg sowie vom Stadtteil Grünhufe und von der Baustelle des Neubaus der IGS Grünthal.

Am Ende der Woche zeigte sich Herr Daghfas beeindruckt von Stralsund, von der Entwicklung der Stadt und ihrem Umgang mit dem Welterbe. Für alle an der Hospitation Beteiligten war die Woche Gelegenheit, die eigene Arbeit zu reflektieren und Neues kennenzulernen.