Meldung vom 31.05.2016

Im STRALSUND MUSEUM: Poesie in Farbe

Eine kleine Sonderausstellung widmet das STRALSUND MUSEUM ab Juni dem deutsch-russischen Maler Alexander Neroslow.

Er erblickte 1891 als Kind einer wohlhabenden Familie in St. Petersburg das Licht der Welt. Seine Eltern ermöglichtem ihm, trotz weiterer acht Geschwister, den Besuch des Gymnasiums und danach eine selbstbestimmte Entwicklung.

Neroslow begann, gerade 20 geworden, ein Studium an der Technischen Hochschule Dresden, im Bereich der Architektur. Er wurde Mitglied der Gesellschaft „Freunde des neuen Russlands“ und stand der Russischen Bibliothek in Dresden vor.

Früh machte der vielseitig interessierte junge Mann die Bekanntschaft mit Künstlern wie Hans Grundig und Otto Dix sowie mit dem brasilianischen Maler Lasar Segall.

1916 begann seine Zeit als Werksstudent an der Berliner Kunstschule Funcke-Corinth, später dann, von 1920 bis 1921, studierte er an der privaten Kunstschule Der Weg – Schule für Gestaltung von Edmund Kesting in Dresden.

Er fing an, sich mit eigenen Werken bei Kunstausstellungen zu beteiligen und arbeitete als Restaurator und Kopist. Inzwischen war Alexander Neroslow auch verheiratet. Gemeinsam mit seiner Frau engagierte er sich aktiv im Kampf gegen den Nationalsozialismus. Als Mitglieder einer illegalen Widerstandsgruppe wurden beide 1941 in Dresden verhaftet und in einem Schauprozess vom Volksgerichtshof Berlin zu lebenslanger Haft verurteilt.

Ein Großteil seines künstlerischen Werks war am 13. Februar 1945 während des verheerenden Bombenangriffes auf Dresden zerstört worden.

Nach dem Ende des Naziregimes begann Alexander Neroslow, sich wieder als Maler zu etablieren. Er arbeitete freischaffend und zeigte seine Bilder regelmäßig in Ausstellungen.

Anfang der 1950er Jahre lehrte Neroslow an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig die Kunst des Porträtierens. In dieser Zeit besuchte der inzwischen nun schon 62jährige zum ersten Mal den Darß. Während seines Aufenthaltes an der Ostsee entstanden viele stimmungsvolle Aquarelle von der Landschaft zwischen Bodden und Meer, aber auch Porträts von den Menschen die hier lebten und arbeiteten.

Am 4. Januar 1971 endete das Leben des Künstlers. Er fand seine letzte Ruhestätte neben seiner bereits 1957 verstorbenen Frau auf dem Leipziger Südfriedhof.

Zur Vernissage lädt das Museum am 10. Juni, um 18 Uhr recht herzlich in die Kleine Galerie im Katharinenkloster ein.