Meldung vom 05.10.2016

Vom 17m-Kutter zum Fabriktrawler

Zu einem öffentlichen Vortrag lädt der Förderverein des STRALSUND MUSEUM am 25. Oktober, um 19 Uhr in den Remter ein.

Referent ist der ehemalige Leiter des Rostocker Schiffbau- und Schifffahrtsmuseums Dr. Peter Danker-Carstensen. Thema des gebürtigen Schleswig-Holsteiners ist an diesem Abend der Bau von Fischereifahrzeugen in der DDR. Dabei spielte die Stralsunder Volkswerft eine herausragende Rolle.  

Als einer der größten Schiffsproduzenten für die Sowjetunion konnte sich die DDR gegen die internationale Konkurrenz nur behaupten, weil sie sich langfristig mit den Anforderungen des Hauptkunden identifizierte und mit ihm gemeinsam entsprechende Lösungen entwickelte. Der nachhaltige Bedarf an Schiffen und die Langfristigkeit der Regierungsabkommen, bei denen der Schiffbau wertmäßig mit bis zu 10 Prozent am gesamten Warenaustausch beteiligt war, versetzte die DDR-Schiffbauindustrie in die Lage, ihre Produktionsprogramme auf lange Sicht zu planen und Seriengrößen zu verwirklichen, die international nie wieder erreicht wurden. So entstanden allein in der Serie ATLANTIK-SUPERTRAWLER 201 Fang- und Verarbeitungsschiffe.

Von den rund 3.500 an die Sowjetunion gelieferten Schiffen waren 2.700 Fischereischiffe. Der Großteil davon wurde auf der Volkswerft Stralsund produziert. Insgesamt exportierte die DDR rund 4.000 Schiffe in fast 50 Länder. Island war das erste westliche Land, das ab 1957 insgesamt 53 Fischereischiffe von ostdeutschen Werften bezog.

Danker-Carstensen, der auch Mitglied der Deutschen Seefahrtsgeschichtlichen Kommission ist, gilt heute als einer der besten Kenner der DDR-Schifffahrtsgeschichte.

Text: Förderverein
Foto: Sammlung D. Strobel, Archiv Schiffbau- & Schifffahrtsmuseum Rostock