Meldung vom 08.01.2017

Jahresrückblick 2016 für den Zoo Stralsund

Mehr Besucher. Mehr Tiere. Mehr Spielplatz

Besucherentwicklung 

"Mit exakt 111.905 Besuchern konnten das sechste Jahr in Folge Besucherzahlen erreicht werden, die deutlich über 100.000 liegen", freut sich Zoodirektor Dr. Christoph Langner 

Besonders erfreulich ist ein deutlicher Anstieg bei den zahlenden Tagesgästen von 65.439 im Jahr 2015 auf 72.027 im vergangenen Jahr. Ein Wert, der letztmals in den Jahren vor der Wende erreicht wurde.  

Durch Besucherumfragen konnte ermittelt werden, dass rund ein Drittel (33 %) der Besucher aus Mecklenburg Vorpommern kommen. Aus Berlin/ Brandenburg kamen 16% und aus Niedersachsen und Thüringen jeweils 9% der Besucher. Die weiteren Besucher kamen jeweils zwischen 1% und 6% aus Rheinland Pfalz, Baden Württemberg und Nordrhein-Westfalen und weiteren Bundesländern. 

Im Zoo Stralsund wurden im vergangenen Jahr 988 Jahreskarten verkauft. Dazu zählen auch 330 Jahreskarten für Familien mit zwei Erwachsenen und einem oder mehreren Kindern und 66 Familienkarten für einen Erwachsenen mit einem oder zwei Kindern. 

Zu beachten ist, dass bis zum vergangenen Jahr die Nutzer von Jahreskarten mit einem rechnerischen Wert erfasst wurden. Bundesweit wurde in den Zoos jede verkaufte Jahreskarte mit 20 multipliziert, da davon ausgegangen wurde, dass ein Jahreskarteninhaber während eines Jahres ca. 20 mal den Zoo besucht. Da diese Berechnung eine große Ungenauigkeit mit sich bringt, wurde vom Verband der Zoologischen Gärten e.V. die Festlegung getroffen, ab 2016 die reellen Besuche der Jahreskarteninhaber in den Zoos zu erfassen.  

Im Vorjahr wurde für die Ermittlung der Besucherzahlen noch das alte Verfahren angewandt. (134.994 Besucher) Würde man das alte Verfahren für das vergangene Jahr anwenden, dann wären mit 132.711 Besuchern vergleichbare Zahlen erreicht.  

Tierbestand 

Mit Stand vom 31. Dezember 2016 lebten im Zoo 1.039 Tiere in 182 Arten und 65 Haustierrassen. Im Vergleich zum Vorjahr ist hier eine leichte Steigerung zu verzeichnen. Insbesondere bei den Vogelarten gab es einige Neuzugänge aus anderen Zoos oder von Privatpersonen. 

Besondere Nachzuchten waren dabei ein Trampeltier, zwei Bisons, vier Rothirsche, zwei Zwergmaras, ein Merinofleischschaf, ein Steinadler, Rebhühner, drei Lachende Hänse, ein Uhu und Singschwäne. Brutversuche gab es bei Sonnensittichen und Flammenkopfbartvögeln. 

Für den Stralsunder Zoo besondere Neuzugänge waren Madagassische Taggeckos, Soldatenaras, Rote Sichler, Abdimsstörche, Wüstenbussard, Strausswachtel, Gelbkehlfrankolin, Wasserschwein, ein Ozelot und drei Merinofleischschafe. 

Verluste gab es auch, so ein Schwarzpinseläffchen, das Kaltblutpferd („Ulica“, verunfallt), das Bison „Rainer“ (Alterstod mit 22 Jahren), die Mauleselstute „Mausi“ (31 Jahre alt geworden), die Tarpanstute „Pia“ (27 Jahre alt geworden). 

An Zoos oder Privathalter wurden abgegeben: ein Schwarzpinseläffchen, zwei Muntjaks, ein Bulgarenesel, zwei Nasenbären, zwei Steinadler und zwei Singschwäne. 

Baugeschehen 

Mit der Fertigstellung der Steganlage und der Aufstellung einer Kormoranplastik von Walther Preik (aus Waren/Müritz) konnte das größte Förderprojekt der letzten Jahre abgeschlossen werden. Neben dem Steg gehörten die Erweiterung des Spielplatzes und die Erneuerung der Bühne zu diesem Projekt.  

Im Herbst konnte die Ausstattung des Energielehrpfades mit zwei Bildschirmen realisiert werden. Die Besucher können jetzt an den Bildschirmen in der Kasse oder in der Mühle Informationen zum Energielehrpfad und auch allgemeine Informationen zum Zoo erhalten. 

Weiterhin wurde die Wildtierauffangstation mit einer Behandlungsbox für verletzte oder hilflose Wildtiere ausgestattet und mit dem Umbau des kleinen Wassergeflügelteiches am Pelikanwinterquartier begonnen.  

Derzeit laufen die Arbeiten für den Umbau der Quartiere für die Showvögel. Dieses Projekt wird maßgeblich von den Stralsunder Zoofreunden e.V. getragen.  

Für die grundhafte Erneuerung des Südamerikahauses wurde ein Förderantrag gestellt. Auch hier stellt der Förderverein finanzielle Mittel zur Verfügung.  

Gemeinsam mit den Stralsunder Werkstätten läuft die Planung des „Scheunenprojektes“ an der Barther Straße. 

Zooschule 

Die Zooschule betreut diverser Veranstaltungen, vom Kindergeburtstag über die außerschulische Lernarbeit bis zum Zoofest. Die Leiterin der Zooschule wird dabei durch einen Teilnehmer des „Freiwilligen Ökologischen Jahres", eine Biologielehrerin sowie weitere Arbeitskräfte unterstützt.  

Zu den Aufgaben der Zooschule gehört ebenfalls die Betreuung von Praktikanten. Besonders nachgefragt sind Schülerpraktika. Daneben werden auch Einstiegsqualifikationen, Berufspraktika oder freiwillige Praktika betreut. 

Natur- Und Artenschutz, wissenschaftliche Arbeit 

Der Zoo unterstützt mehrere Beweidungsprojekte in der Region. Besonders wichtig ist die Beweidung durch Esel im Naturschutzgebiet Gersdin bei Franzburg. Hier helfen die Esel aus dem Zoo, die typischen Trockenrasenflächen zu erhalten. Seit mehreren Jahren werden durch Tiere des Zoos auch Koppeln in Parow und in Prohn beweidet. In Prohn wird mit den Tarpanen eine äußerst robuste Pferderasse eingesetzt. Tarpane sind eine Nachzüchtung des ausgestorbenen mitteleuropäischen Wildpferdtyps. Sie können ganzjährig im Freien gehalten werden. 

Erfolgreich konnte das Rasseanerkennungsverfahren für den „Österreichisch-Ungarischen Weißen Barockesel“ abgeschlossen werden. Maßgeblich war hierbei die Arbeit des international aufgestellten Zuchtvereines für diese seltene Eselrasse. 

Bis zum Auftreten der Geflügelpest in der Region wurden in der Wildtierauffangstation des Zoos ca. 140 Tiere, vorwiegend Vögel, aufgenommen. Etwa die Hälfte dieser Tiere konnte nach unterschiedlich langem Aufenthalt wieder erfolgreich ausgewildert werden. Gemeinsam mit dem Landwirtschafts-Ministerium wurde ein Merkblatt zum Umgang mit verletzten und hilflosen Wildtieren herausgegeben. Darin wird u.a. darauf hingewiesen, dass Eingriffe in den Naturkreislauf möglichst vermieden werden sollen.  

Zootierärztliche Betreuung 

Ein im Frühjahr aufgegriffener Seeadler, der stark geschwächt war, konnte, nachdem er gesund gepflegt wurde, wieder ausgewildert werden. Bei einem Chinesische Leoparden wurde eine Vollnarkose durchgeführt, um einen Transponder zu implantieren und um das Tier zu impfen. 

Bei der Sektion des im sehr hohen Alter von 22 Jahren verendeten Bisonbullen „Rainer“ wurde eine seltener Tumor, ein Mesotheliom, festgestellt. Dieses Krankheitsbild wurde beim Bison erstmals beschrieben und gemeinsam mit den Wissenschaftlern des Friedrich Loeffler Instituts (Insel Riems) in der Fachpresse publiziert.  

Darüber hinaus waren diverse prophylaktische Behandlungen, insbesondere die Verabreichung antiparasitärer Medikamente und Impfungen erforderlich. Eine besondere Belastung stellt die derzeitige Geflügelpestsituation dar, da die Aufstallung der Tiere zu erheblichem Stress bei ihnen führt. 

Ausblick auf 2017 

Der Höhepunkt des Jahres wird der 2. Juli sein, dann findet der dritte Regionaltag im Stralsunder Zoo statt.