Meldung vom 14.05.2017

WELTMUSEUMSTAG: Spurensuche. Mut zur Verantwortung

Am 21. Mai ist internationaler Museumstag. Weltweit öffnen zehntausende Ausstellungshäuser ihre Türen – ganz weit und viele kostenlos.

Das STRALSUND MUSEUM bringt sich in diesem Jahr mit der Veranstaltung „Spurensuche – Mut zur Verantwortung“ in den Museumstag ein.
Die Kunsthistorikerin Anne Paschen und der Historiker Dr. Reno Stutz werfen am Sonntagvormittag um 10.30 Uhr im Katharinenkloster einen ganz speziellen Blick auf die großen Sammlungen Stralsunds. Es geht um die Frage: Woher stammen die Exponate in den Ausstellungen und Depots eigentlich? 

Die beiden Rostocker Provenienzforscher* recherchieren im Auftrag des Museumsverbandes Mecklenburg-Vorpommern seit etwa einem Jahr in den Museen des Landes nach „verdächtigen“ Beständen. Denn nicht jedes Stück gelangte rechtmäßig in die Sammlungen. Insbesondere in der Zeit von 1933 bis 1945, aber auch danach kam es zu unrechtmäßigen Enteignungen.  

So manches Gemälde, Möbel, Porzellan usw. gelangte in jenen Jahren über zum Teil verschlungene Wege in die Vitrinen und Regale unserer Museen. Von der Enteignung betroffen waren vor allem jüdische Mitbürger, aber auch Arbeitervereine, Gewerkschaften, Einrichtungen der evangelischen und katholischen Kirche sowie die Freimaurer.  

Das in jenen Jahren geschehene Unrecht lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Die Aufarbeitung dieser Geschehnisse und die Benennung dessen, was geschah, sind jedoch nach wie vor möglich und notwendig.   

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.  

*Provenienz: bezeichnet allgemein die Herkunft einer Person oder Sache