Meldung vom 17.11.2017

Nein zu Gewalt gegen Frauen. Aktionswoche und Gedenktag

Der 25. November ist der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen.

In diesem Rahmen finden in allen Bundesländern verschiedene Aktionen statt, so auch in der Hansestadt Stralsund
Dieser offizielle Gedenktag erinnert an die vier Schwestern und Widerstandskämpferinnen Mirabal. Diese wurden 1960 durch Soldaten des Trujillo-Regimes in der Dominikanischen Republik verschleppt, vergewaltigt und ermordet.

Auch in der heutigen Zeit ist das Thema „Häusliche und sexualisierte Gewalt“ immer noch ein Problem, bei dem die meisten Menschen lieber wegsehen. Dabei hat jede vierte Frau in Deutschland bereits Gewalterfahrungen dieser Art erlebt. In 90 Prozent der Fälle sind Männer die Täter und Frauen die Opfer, auch wenn die Zahl an Gewalt gegen Männer und Jungen zunehmend auftritt.

Es sind häufig nicht nur die Frauen, die durch körperliche und sexuelle Gewalt zum Opfer werden, sondern auch Kinder erfahren Misshandlungen oder psychische Schäden durch die Täter und das Erlebte.
Die eigene Wohnung bzw. das eigene Heim ist dabei für Frauen immer noch am gefährlichsten - sei es bei häuslicher Gewalt oder auch bei sexualisierter Gewalt. Die Hälfte der Betroffenen schweigt zu dem, was passiert ist.

In der Woche vom 20. bis 24. November finden in der Hansestadt Stralsund verschiedene Aktionen in Bezug auf den Antigewalttag statt.

  • Vortrag zu „Frauenrechte im Weltwechsel: Lebenssituationen von einheimischen und geflüchteten Musliminnen in Mecklenburg-Vorpommern“ an der Volkshochschule (21. November, 12:30  bis 14:30 Uhr),
  • Buchlesung „Der Himmel der Frau ist unter den Füßen ihres Mannes“ in der Sundine (22. November, 14 Uhr),
  • Ausstellung zu Bildern, die im Rahmen der „Kunsttherapie mit Betroffenen von sexualisierter Gewalt“ entstanden sind (23. und 24. November, Rathausfoyer), 
  • kostenfreier Schnupperkurs „Selbstbehauptung und Selbstverteidigung für Frauen WenDo“ in den Turnhalle der Regionalen Schule Hermann Burmeister (24. November, 13 bis16 Uhr/ Anmeldung per E-Mail: gleichstellung@stralsund.de oder telefonisch 03831/252 432) sowie 
  • am 24. November um 16 Uhr die Lichteraktion im Rathausdurchgang „Ein Licht für jede Frau“

In den letzten Jahren hat sich viel getan, sei es in der Gesetzgebung - wie z.B. das Stalking-Gesetz, Ahndung von Zwangsverheiratung als Straftatbestand, das verschärfte Sexualstrafrecht oder das bundesweite Hilfetelefon.
Das Land Mecklenburg-Vorpommern verfügt über ein gut ausgebautes Hilfe- und Beratungsnetz, und die Frauenschutzhäuser werden finanziell und personell aufgestockt, dennoch ist das Thema „Häusliche Gewalt“ nur schwer in der Öffentlichkeit zu vermitteln und die Bürgerinnen und Bürger für das Thema zu sensibilisieren. In Vortragreihen und Veranstaltungen sind die Beratungsstellen und involvierten Personen unter sich. "Dabei ist es so wichtig, ein Zeichen zu setzen und sich gegen Gewalt an Frauen und Mädchen einzusetzen", lädt Stralsunds Gleichstellungsbeauftragte Sarah Cornils zu den Veranstaltungen ein. "Egal welcher Herkunft, welcher sozialen Schicht oder welchen Alters - es kann jede Frau treffen. Setzen auch Sie ein Zeichen und nehmen an der Lichteraktion am 24. November um 16 Uhr 'Ein Licht für jede Frau' oder an den anderen angebotenen Veranstaltungen teil."