Meldung vom 09.10.2018

Stralsund erinnert – 80 Jahre Reichspogromnacht

Veranstaltungsprogramm im Oktober und November 2018

Am 9. November jährt sich die Reichspogromnacht zum 80. Mal. In dieser verhängnisvollen Nacht im Jahr 1938 brannten hierzulande viele Synagogen, tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe wurden zerstört. Die Hansestadt Stralsund, engagierte Vereine und Institutionen haben eine Veranstaltungsreihe „Stralsund erinnert“ organisiert, die an die Schrecken im Vorfeld, während und nach der Reichspogromnacht erinnern soll.

In den Monaten Oktober und November finden Vorträge, Lesungen, Ausstellungen, Konzerte und Filmvorführung statt, in Gedenken an die Schicksale jüdischer Familien in Stralsund. Sie stehen beispielhaft für Millionen anderer Menschen, die den Holocaust erleiden mussten und meist nicht überlebt haben. Auf angemessene Weise möchten die Veranstalter ein Zeichen setzen gegen das Vergessen und damit die Erinnerung an dieses dunkle Kapitel unserer Geschichte wachhalten.

Den prominenten Auftakt macht am 16. Oktober der Wissenschaftler und Journalist Götz Aly. Aly widmet sich in seiner Autorenlesung um 19 Uhr im Stralsunder Rathaus dem Antisemitismus als gesamteuropäischem Phänomen.
Zufällige, berührende Begegnungen mit Zeitzeugen der jüdischen Geschichte sind der Ausgangspunkt für zwei Buchvorstellungen am 23. Oktober mit dem Stralsunder Autor Eberhard Schiel und am 26. Oktober mit der Buchhändlerin Uta Reichel.
Über die unerwartete Begegnung mit der Vergangenheit eines Stralsunder Hauses berichtet die Eigentümerin Friederike Fechner am 5. November im Löwenschen Saal des Rathauses.
Nur einen Tag später schildert die österreichische Journalistin Ulrike Messer-Krol in der Stadtbibliothek das persönliche Schicksal und erfolgreiche Wirken von Margarete Wallmann. Die erste jüdische Opernregisseurin mit Stralsunder Wurzeln, gilt als herausragende Künstlerin des 20. Jahrhunderts.
Den Höhepunkt findet das Gedenken am 9. November mit einer Gedenkstunde an der Stele im Johanniskloster, einer Andacht auf dem jüdischen Friedhof sowie dem Weg der Erinnerung entlang der Stolpersteine in der Altstadt. Am Abend um 20 Uhr kommt es in der Klinikumskirche zur deutschen Erstaufführung des Stückes „Lony´s Briefe“. Mit Gesang, Streichquartett und Klavier wird das Familienschicksal der Lony Rabl erzählt, die 22 rührende Briefe an ihren Enkel Peter schrieb, bevor sie 1941 deportiert wurde.
Zwei Ausstellungen über das jüdische Leben in Stralsund im STRALSUND MUSEUM und in der Jakobikirche sowie eine Filmvorführung des Filmclub Blendwerk e.V. ergänzen die umfangreiche Veranstaltungsreihe „Stralsund erinnert – 80 Jahre Reichspogromnacht“.


KONTAKT

Koordination und Ansprechpartner
Hansestadt Stralsund | Amt für Kultur, Welterbe und Medien
Telefon 03831 252 310
E-Mail: kultur@stralsund.de

sowie

die einzelnen Veranstalter:
- Förderverein Historische Warenhäuser Wertheim und Tietz in Stralsund e.V.
- S. Fischer Verlag
- Druck- und Verlagshaus Kruse Stralsund
- +Buch Buchhandlung Stralsund
- Kirchengemeinden der Hansestadt Stralsund
- Pommerscher Evangelischer Kirchenkreis
- Förderverein Klinikumskirche zu Stralsund e.V.
- STRALSUND MUSEUM
- Filmclub BLENDWERK e.V. Stralsund

Das gesamte Programm gibt es auf www.stralsund.de/erinnert

Flyer