Meldung vom 10.11.2018

Bundesweite Aktionswoche gegen Gewalt gegen Frauen und ihren Kinder

Zahlreichen Veranstaltungen in Stralsund

Am 25. November ist der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt an Frauen und Mädchen. Es ist ein jährlich stattfindender Gedenk- und Aktionstag zur Bekämpfung von Diskriminierung und Gewalt in jeder Form, egal ob physisch oder psychisch, gegenüber Frauen und Mädchen. Dieser Gedenktag geht zurück auf die Ermordung der drei Schwestern Mirabal, die am 25. November 1960 in der Dominikanischen Republik vom militärischen Geheimdienst nach monatelanger Folter getötet wurden. Sie waren im Untergrund tätig und hatten sich an Aktivitäten gegen den tyrannischen Diktator Trujillo beteiligt. Der Mut der Mirabal-Schwestern bei ihrem Kampf gegen den Tyrannen gilt inzwischen als Symbol für Frauen weltweit, die nötige Kraft für das Eintreten gegen jegliches Unrecht zu entwickeln.
1981 wurde der 25. November zum internationalen Gedenktag erklärt.

Um auf den Antigewalttag aufmerksam zu machen, bieten zahlreiche spannende Aktionen Gelegenheit sich zu vernetzen, auszutauschen und Haltung zu zeigen. Häusliche Gewalt ist kein Tabuthema mehr und die immer noch ausstehende tatsächliche Gleichstellung der Geschlechter ist spätestens seit der #metoo - Kampagne wieder aktuell und wird von einer jungen, aufgeklärten Frauengeneration neu diskutiert. „Get up, stand up, don't give up the fight“.

So wird bereits am 10. November von 09:00 bis 14:00 Uhr ein Selbstverteidigungskurs in der Turnhalle der Burmeister-Schule angeboten. Weiblichkeit nicht ausschließlich aus der Opferrolle zu betrachten, sondern auch die Kraft und Stärke als Mädchen und Frau wahrzunehmen und zu leben, ist ein Aspekt im Rahmen dieses Trainingsangebotes.

Am Montag dem 12. November eröffnet der Frauentreff"Sundine" in der Ossenreyerstraße 25 um 15 Uhr eine Ausstellung zur Thematik „Kunsttherapie bei Gewalterfahrungen“.
Kann der kreative Prozess Betroffene unterstützen ihre traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten? In der Kunsttherapie werden Gedanken, Gefühle und Phantasien durch künstlerisches Material zum Ausdruck gebracht. In der Anwendung dieser künstlerischen Prozesse und Produkte wird der/dem Klienten*in geholfen, seine/ihre Gefühle, Wünsche, Erinnerungen, Probleme wahrzunehmen, aber auch individuelle Fähigkeiten zu erkennen. Damit kann der kreative Prozess helfen sich selbst besser zu verstehen. Kunsttherapie kann aber ebenso als Experimentierfeld für Neues, bisher nie Gewagtes genutzt werden: Ein Bild kann verändert, übermalt oder neue Entwürfe können erprobt werden.
Ute Wierlemann, Leiterin des Frauenschutzhauses, wird im Rahmen der Ausstellungseröffnung einige Informationen zum Thema Kunsttherapie präsentieren. Interessierte Frauen und Mädchen sind eingeladen, mit ihr in den Dialog zu treten und sich kritisch auszutauschen, Fragen zu stellen oder eigene Erfahrungen zu reflektieren.

Ab 18:00 Uhr findet ebenfalls am 12. November die "Ladies Lounge" unter dem Motto- „Gib mir ein kleines bisschen Sicherheit“ im Nachbarschaftszentrum Grünhufe (Lindenallee 35) statt.

Am 21. November wird es mit der Autorin Simone Schmollack ab 19:30 Uhr in der Stadtbibliothek eine Buchlesung „Und er wird es wieder tun“  geben.

Die Lichteraktion am 23. November ab 16 Uhr im Rathausdurchgang zur Andacht der Frauen, die in Stralsund von häuslicher Gewalt betroffen waren, ist der Höhepunkt im Rahmen der Antigewaltwoche. "Wir freuen uns über jede mutige Bürgerin und jeden engagierten Bürger, der/die gemeinsam mit uns Haltung und Solidarität gegen Gewalt und Ausgrenzung demonstriert und an Gewaltopfer gedenkt, natürlich an diesem Tag mit dem Fokus auf die weibliche Seite", lädt die Gleichstellungsbeauftragte der Hansestadt Stralsund, Sarah Cornils nicht nur zu diesem Programmpunkt ein.

Den Abschluss der Veranstaltungswoche bildet die "Sundine" mit der Buchlesung „Wüstenblume“ am 28. November um 14:00 Uhr im Frauentreff "Sundine" (Ossenreyerstraße 25). Die dramatische Biographie der Protagonisten veranschaulicht, dass Frauenrechte noch lange nicht realisiert sind und Beschneidung im Genitalbereich auch aktuell eine bittere Realität für Mädchen sein kann.

Die Veranstaltungen sind kostenfrei und für jede und jeden öffentlich zugänglich.

Darüber hinaus beteiligen sich zahlreiche verschiedene Institutionen, private und öffentliche Einrichtungen in der Hansestadt Stralsund an der Aktion- „Orange the world: end violence against women and girls“ und setzen mit orangen Wimpelketten und orangen Sparschweinen ein Zeichen, dass Gewalt an Frauen und Mädchen, egal welchen Alters, welcher Herkunft oder welcher Finanzlage, inakzeptabel ist.


"Es steht außer Frage, dass wir alle zusammenstehen müssen, wenn sich an der Situation der von Gewalt betroffenen Frauen und Mädchen nachhaltig etwas verändern wollen. Entscheidend ist dabei ein gutes Solidaritätsgefühl, ein langer Atem und Entschlossenheit, um sich gegen Sexismus, Gewalt und Verletzung von Menschenrechten zu stellen" macht Gleichstellungsbeauftragte Sarah Cornils deutlich, welche Bedeutung die bundesweite Aktionswoche gegen Gewalt gegen Frauen und Mädchen hat
.