Meldung vom 13.08.2026

St. Jürgen-Friedhof: Gedenkorte für Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft werden neu gestaltet

Auf dem St. Jürgen-Friedhof an der Kedingshäger Straße werden in den kommenden Wochen zwei bestehende Grabfelder für Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft neu gestaltet.

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Ziel ist es, einen würdigen und zugleich verständlichen Ort des Erinnerns zu schaffen. Die beiden Grabfelder sind heute als Rasenflächen mit einzelnen Namenstafeln auf Pultsteinen gestaltet. Diese 1998 gelegten Tafeln werden durch neue gemeinsame Namenssteine ersetzt. Ergänzt werden die Flächen durch Gruppen von Symbolkreuzen und Informationstafeln. Kleine Platzflächen markieren künftig die Zugänge zu den Gedenkorten.

Mit der Neugestaltung wird zugleich die historische Einordnung verbessert. Die bisherigen Namenstafeln konnten den Eindruck vermitteln, dass sich die jeweilige Grabstätte unmittelbar an der Tafel befindet. Künftig wird deutlicher zwischen den hier tatsächlich Bestatteten und weiteren Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft unterschieden, die an anderen Stellen des St. Jürgen-Friedhofes ihre letzte Ruhe fanden. So entsteht ein gemeinsamer Gedenkort, der an die unterschiedlichen Opfergruppen erinnert und ihre Geschichte für Besucherinnen und Besucher nachvollziehbar macht.

Die Arbeiten beginnen in den kommenden Tagen und sollen im September abgeschlossen werden. Die Neugestaltung wird durch den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge intensiv begleitet und unterstützt. Das Land Mecklenburg-Vorpommern fördert die Arbeiten als Sondermaßnahme zur Erhaltung der Gräber von Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft.


Hintergrundinformationen:
Der 1675 angelegte St. Jürgen-Friedhof ist der älteste noch erhaltene Friedhof von Stralsund und damit auch Bestattungsort für die Opfer zweier Weltkriege. 
Die Toten des Ersten Weltkriegs wurden in Familiengräbern, sowohl auf den alten als auch auf den nördlichen Erweiterungsflächen, des Friedhofes beigesetzt. Von diesen Gräbern sind heute nur noch wenige erhalten. 
Gräber für Opfer des Zweiten Weltkrieges wurden ab Herbst 1939 angelegt, beispielsweise für deutsche und ausländische Soldaten, Flüchtlinge, Bombenopfer, Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter.
Weitere Gräber für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft befinden sich auf dem Zentralfriedhof und den Friedhof Rote Armee am Neuen Markt.